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    Die uneinnehmbaren Festungen

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    Nachdem er sich die Kontrolle über den grössten Anlaufhafen der Insel Elba, das heutige Portoferraio, übertragen hat lassen, entschliesst sich Herzog Cosimo I. de’Medici zum Bau eines grossen Systems aus Befestigungsanlagen zur Verteidigung des Hafens. Die Arbeiten beginnen am 3. Mai 1548 mit dem Architekten Bellucci, dem später Camerini zur Seite stand. Sie gehen mit grosser Schnelligkeit voran, sodass 1555 Portoferraio als einzige Stadt der Insel in der Lage sein wird, dem Piraten Dragut zu widerstehen. Um der türkischen Seeräuberei entgegenzuwirken, gründet der Herzog 1561 den Ritterorden von Santo Stefano, auch mit einer Basis in Portoferraio; doch es wird ihm nicht gelingen, eine angemessene Flotte zu gründen, die in der Lage ist, mit den anderen Seemächten zu konkurrieren: ein zu teures Unterfangen für das kleine toskanische Herzogtum.
    Die natürliche Struktur der bucht von Portoferraio – mit einem isolierten Felsausläufer, der das Hafenbecken schützend umarmt – begünstigt die Verteidigungsanlage. Im höchsten Teil, auf dem Kamm des Berges, sind zwei Festungen erbaut worden, Forte Stella und Forte Falcone; der tiefe, hufeisenförmige Anlegeplatz wird dagegen eingerahmt von einer ganzen Mauer, die nur bei der Porta a Mare offen ist und an einem Ende vom Torre del Martello, auch Torre della Linguella genannt, geschützt wird. Der Eingang ins Wasser wird schliesslich von einer schweren Kette verschlossen; ab dem Jahr 1558 wird die „Landseite“ mit mächtigen steilen Wänden befestigt, an denen auch der grosse herzogliche Architekt Bernardo Buontalenti mitarbeiten wird; im 17. Jh. verwandelt die Anordnung des Wallgrabens zwischen den Schutzwällen und dem restlichen Elba die Stadt Portoferraio in eine „uneinnehmbare Insel“. Das Ergebnis ist verblüffelnd: eine unbezwingbare befestigte Stadt, die dem überaus erfahrenen englischen Admiral Horatio Nelson den Eindruck vermittelt, sich vor dem „sichersten Hafen der Welt“ zu befinden. In der Zwischenzeit bauen die spanier, die über Longone, das heutige Porto Azzurro, herrschen, die mächtige Fortezza die San Giacomo; diese im Jahr 1603 von Don Garcia de Toledo realisierte Festung inspiriert sich in den Schutzwällen und im sternförmigen Grundriss an der festung von Antwerpen. Heute ist sie ein Gefängnis und nur teilweise zu besichtigen. Am gegenüberliegenden Ufer des Golfs von Mola, wo sich Porto Azzuro befindet, steht die kleinste und zugleich massivste Festung, die Fortezza del’Focardo; Alessandro Piston baute sie 1678 für den Vizekönig von Neapel, Don Fernando Gioacchino Foscardo. Im Gegensatz zu Portoferraio wird das Städtchen zu einem aktiven Bezugspunkt für die neapolitanischen, spanischen, englischen und französischen Korsaren gegen die muselmanische Flotte.